Ran
„Ran“ gehört zu den eindringlichsten Werken, die Akira Kurosawa geschaffen hat. Wie der Titel des Films andeutet, handelt er vom „Chaos“, vom Zerfall eines Adelshauses und seines Reiches im Japan des 16. Jahrhunderts. Aber er tut das mit Bildern, die in hohem Maße stilisiert sind und in denen Farben und Formen eine eigene, genau kalkulierte Dynamik entfalten.
Im Japan des 16. Jahrhunderts beschließt der alternde Fürst Hidetora, sein Reich unter den Söhnen Taro, Jiro und Saburo aufzuteilen. Als Saburo seinen Vater vor aufkeimenden Familienstreitigkeiten warnt, wird er von ihm verstoßen. Die Befürchtungen Saburos erweisen sich jedoch schnell als begründet: die Truppen Taros und Jiros greifen die Garde Hidetoras an und besiegen sie, Hidetora ist heimatlos und verfällt dem Wahnsinn. Auf der Suche nach dem herumirrenden Vater kehrt Saburo aus dem Exil zurück und wird, als er ihn findet, von Jiros Leuten erschossen, worauf Hidetora aus Verzweiflung stirbt. Gleichzeitig fallen die Nachbarfürsten in das Land ein und verwüsten es.Beeindruckendes Alterswerk des japanischen Meisterregisseurs Akira Kurosawa, der hier fast dreißig Jahre nach seinem Film "Das Schloß im Spinnwebwald" mit "König Lear" eine weitere Tragödie William Shakespeares adaptiert.Obwohl in der Vergangenheit angesiedelt, spiegelt der in überbordenden Bildern photographierte Film, dessen Titel übersetzt Aufruhr bzw. Chaos bedeutet, auch apokalyptische Ängste der Gegenwart wieder. Die überausdrastisch inszenierte Auslöschung eines Herrschergeschlechts wird so zum Symbol für die mögliche Vernichtung der Menschheit durch Machtgier und Rachegelüste im atomaren Zeitalter.
Drama / Japan 1985 / Regie: Akira Kurosawa;
Besetzung: Tatsuya Nakadai, Akria Terao, Jinpachi Nezu, Ryu Daisuke, Mieko Harada;